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Mailand, Met – und das turner hölzl
Das Rohrdorfer Turner Hölzl nahezu ausverkauft, mit über 500 Menschen, die sich mit begeistertem Applaus für den Konzertabend bedankten: Der Abend „Opera Grande“ des Rohrdorfer Liederkranzes war eindeutig ein ganz großer Erfolg des Chores, der Bad Reichenhaller Philharmoniker sowie des Kinder- und Jugendchores „Apostelsingers Rosenheim“.
Und wer jetzt denkt, dass man bei einem Programm, das Martin Grick, der Moderator des Abends, als „Hitparade der Opernchöre“ bezeichnete, ja sowieso nichts falsch machen kann, der irrt: Man könnte durchaus. Denn gerade in der Bekanntheit der Melodien etwa aus Aida, Nabucco, La Traviata, aus Cavalleria rusticana oder Tannhäuser und dem Fliegenden Holländer liegt ja auch ein Problem: Sie sind den Besuchern nicht neu, die meisten von ihnen haben sie sozusagen im Kopf und diesen „inneren Vergleichsmaßstab“ gilt es zu übertreffen, wenn man das Publikum nicht nur überzeugen, sondern begeistern will.
Dass das wirklich gelang, bringt vielleicht diese Aussage eines Ehepaares am besten auf den Punkt, das nach dem Konzert meinte: Man muss in der Tat nicht zwingend nach München fahren, wenn man große Musik hören will, Rohrdorf reicht!“
Und um diesen Satz wirklich richtig einordnen zu können, muss man etwas zu den Randbedingungen des Konzertes wissen: Chor und Orchester waren erst am Vorabend aufeinandergetroffen, zu einer ersten Konzertaufführung in Bad Reichenhall. In Rohrdorf selbst hatten die Philharmoniker, hatten der Liederkranz und die Apostelsingers gerade eine halbe Stunde um sich in einer kurzen Probe mit der Akustik des Raums vertraut zu machen.
Für die meisten Laien ist wohl nicht klar, welche Herausforderung allein schon darin steckt. Martin Grick, der dem Publikum als Vorstand der Rohrdorfer Blasmusik gut bekannt war, sagt dazu bewundernd: „Für unsere großen Blasmusik-Herbstkonzerte haben wir mindestens vier Proben in der Halle selbst, dazu die Generalprobe, um uns wieder mit der Akustik vertraut zu machen. Und die machten das sozusagen aus dem Stand heraus!“
Aus den Reihen des Chores selbst war deshalb viel Bewunderung für die Bad Reichenhaller Philharmoniker zu hören, „die es geschafft haben, uns mit ihrer absoluten Professionalität zu tragen, obwohl es gemeinsame Proben nicht gab“. Womit aber das Können des Liederkranzes und des Kinderchores sehr unangemessen unter den Scheffel gestellt ist, denn es kam für die Zuhörer keinen einzigen Moment lang der Eindruck auf, dass hier zwei Laienchöre einem Orchester aus Profimusikern gegenüberstehen.
Das Musikerlebnis war vielmehr aus einem Guss, dargeboten von einem einzigen gemeinsamen Klangkörper: Liederkranz und Apostelsingers waren absolut auf Augenhöhe der Philharmoniker, was nicht zuletzt Felix Spreng, dem Dirigenten, zu verdanken war. Er hatte mit dem Chor sechs Monate intensiv auf diesen Abend hin geprobt, die allersten Proben fanden sogar schon im Herbst letzten Jahres statt. Eine Zeit die er gerade in den letzten Wochen darauf verwandte, den Chor durch minutiösen Feinschliff auf die Spitze seines Könnens zu führen. Eine Leistung, in der ihm Johanna Weiß, die den Kinderchor einstudierte, nicht nachstand. Sie zeigte sich am Ende des Konzertes übrigens als eine Künstlerin von doppelt hoher Begabung, als sie in der Zugabe als Sopransolistin das Trinklied aus La Traviata sang.
Und auch bei Felix Spreng gibt es noch ein Detail zu erwähnen, das wohl nur diejenigen so richtig zu würdigen wissen, die etwas mehr in der Musik- und Konzertwelt bewandert sind: Er dirigierte den kompletten Konzertabend ohne Partitur.
Kurz: Für die Konzertbesucher war das, was die gut hundertzwanzig Musiker an diesem Abend im Turner Hölzl boten, ein ganz offensichtlich überwältigendes Erlebnis, was sich am Ende in einem langen Applaus niederschlug, bei dem im Grund die ganze Halle stand. Dazu noch einmal Martin Grick: „Ich bin ja nun wirklich oft auf Konzerten und schon deswegen keiner, der leicht zum Applaudieren aufsteht. Aber nach diesem Konzert hielt es auch mich nicht mehr auf dem Sitz“.
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Opera Grande · 19. Juni 2026
Aida, Carmen, Nabucco, Tannhäuser und Hänsel und Gretel gehören zu den weltweit am meisten gespielten Opernwerken. Zahlreiche Chöre und Melodien daraus sind sehr populär und immer wieder im Radio, in Filmen und im Fernsehen zu hören. Gerade das ist eine Herausforderung für Chor, Orchester und Dirigenten.
Dem Liederkranz Rohrdorf ist dies unter der Leitung von Felix Spreng beim Konzert im Juni in der Turner Hölzl HallPackhalle des Zementwerks Rohrdorf bestens gelungen. Der klangmächtige und ausdrucksstarke Chor, das Orchester mit Bläsern, Schlagwerk und Klavier, die Solistin, die Solisten und der Dirigent wurden von den mehr als 700 Konzertbesuchern für ihre musikalische Leistung mit minutenlangem, begeistertem Applaus belohnt.
Wir bedanken uns sehr herzlich beim Zementwerk Rohrdorf für die Unterstützung und bei allen, die zum Gelingen dieses schönen Abends beigetragen haben.
Bildnachweis: Christine Kaffl





























